heute wird in Hannover der mir bis dato unbekannte Nationaltorwart Robert Enke beerdigt.
Es wird die größte Trauerfeier seit dem Staatsbegräbnis nach dem Tod von Konrad Adenauer im Jahr 1967 sein, so an die 100.000 Menschen werden erwartet.
ARD überträgt Sonntag Vormittag die Trauerfeier live aus dem Fußballstadion in Hannover. Moderiert von Reinhold Beckmann (ob Horst Köhler auch eine Rede halten wird ?)
ist das nicht irgendwie unverhältnismäßig ?

Dies ist wieder mal ein Lehrbuchbeispiel über die Macht der Medien. Man muss nur ein paar Tage lang im Fernsehen durch Nachrichten, Sondersendungen und live Pressekonferenzen mir der trauernden Witwe und dem heulenden Oliver Bierhoff, in den Printmedien durch Fotoserien, exklusiv Interviews und ähnlichem permanent ausgesetzt werden … und schon ist man dabei, man trauert mit. Man wird einer dieser sich “warum hat er es getan” Frager.

Aber in dieser schnelllebigen Welt wird in 2 Wochen kein Mensch mehr darüber reden und in einem einem Jahr wird man “Enke ? wer war das nun mal ….” sagen.

Und ab morgen wechseln wir dann wieder von der Robert-Enke-Hysterie zur guten, alten Schweinegrippe-Hysterie.

3 Responses to “nun macht mal halblang”

  1. Recht haste…ich denke außerdem, daß Trauer etwas privates sein sollte, aber wenn Du mal auf den Kalender schaust, war am Sonntag ja auch Volkstrauertag. Hmm…warum eigentlich? Was soll unser Volk denn da betrauern???
    Grüße Lugo

  2. “Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den „Stillen Tagen“. Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.”

  3. Hmm…klingt irgendwie unpassend…”still” heißt in dem Fall ja auch zurückhaltend und in sich gekehrt, allein. Davon konnte bei dieser Zurschaustellung nicht wirklich die Rede sein.

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